Opferschutz

10.04.2017 | Frankfurt am Main

Opferschutz
Koordination Häusliche Gewalt/Stalking


Nele Lange


Polizeipräsidium Frankfurt
Marie-Curie-Straße 30
60439 Frankfurt am Main


Telefon 069/ 755-34250


E-Mail Symbol Beziehungsgewalt.ppffm@polizei.hessen.de


 

Koordination Beziehungsgewalt


Der Begriff „Beziehungsgewalt“ umfasst jede Form von Gewalt, die im Rahmen einer Beziehung zwischen Täter/in und Opfer verübt wird. Hierbei ist es unerheblich, ob diese Beziehung zum Tatzeitpunkt bereits beendet war.
Die häufigsten Formen von Beziehungsgewalt sind:

  • Partner*innengewalt (das, was wir im polizeilichen Sinne unter „Häuslicher Gewalt“ verstehen)
  • Sexuelle Gewalt
  • Gewalt im sozialen Nahraum (z. B. durch Verwandte)
  • Gewalt in der Pflege

aber auch

  • Gewalt im Namen der „Ehre“
  • Weibliche Genitalverstümmelung
  • Stalking

Die Aufzählung ist nicht abschließend.

Für die Bearbeitung von Fällen der Beziehungsgewalt gibt es mitunter spezielle, auf die Besonderheiten zugeschnittene polizeiliche Handlungsleitlinien und Vorgehensweisen. Das Opfer und das Verhindern weiterer Straftaten zu dessen Nachteil stehen hierbei besonders im Fokus.
Durchschnittlich werden pro Jahr genauso viele Wohnungseinbruchsdiebstähle aufgenommen wie Straftaten der häuslichen Gewalt (also nur der Partnergewalt). Dazu kommt, dass die Dunkelziffer enorm hoch ist: Expertenschätzungen liegen zwischen 75 und 98%.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass Opfer von Beziehungsgewalt oft keine Strafanzeige gegen die Täter/innen erstatten und entsprechende Hilfe nicht in Anspruch nehmen wollen. Dies kann diverse Gründe haben. Die persönliche und manchmal auch räumliche Nähe zwischen den Beteiligten, sowie Schamgefühle erschweren es den Opfern, sich Hilfe zu holen. Nachhaltige Erfolge in der Bekämpfung der Beziehungsgewalt können aber nur erzielt werden, wenn frühzeitig und konsequent eingeschritten und das Opfer zeitnah im Hilfesystem verankert wird. Damit Opfer von Beziehungsgewalt die Möglichkeit haben, endgültig aus dem Gewaltkreis auszubrechen, ist die systematische Intervention von außen unabdingbar.

Dies zu gewährleisten ist die Hauptaufgabe der Koordinierungsstelle Beziehungsgewalt.

Aufgabenbereiche:

  • Vertretung der Behörde in einschlägigen Arbeitskreisen
  • Ansprechpartner/in für alle involvierten Stellen in grundsätzlichen Angelegenheiten
  • Ansprechpartner/in für die involvierten Behörden/Institutionen und Opfer in herausragenden Einzelfällen (Beratung nach Erstattung der Strafanzeige)
  • Ansprechpartner/in für die Sachbearbeiter Häusliche Gewalt/Stalking der Ermittlungsgruppen und Kommissariate
  • Entwicklung von Konzepten und Projekten im Bereich „Präventionsarbeit“
  • Zusammenarbeit mit dem HLKA und den Koordinator*innen der anderen hessischen Präsidien
  • Erarbeitung, Beschaffung und Verteilung von Informationsmaterial (Flyer etc.)
  • Stetige Aktualisierung der Dienstanweisung „Häusliche Gewalt und Stalking“ und Überprüfung der praktischen Umsetzbarkeit in Zusammenarbeit mit allen beteiligten Stellen
  • Erarbeitung und Durchführung von Vorträgen zum Thema „Beziehungsgewalt“
  • Networking mit den lokalen aber auch überregionalen Kooperationspartnern
  • Unterstützung in Hochrisikofällen
  • Mitarbeit in überregionalen Arbeitsgruppen zu aktuellen Themen und Projekten
  • Entwicklung und Durchführung von Aus- und Fortbildungskonzepten